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Der Kleiber

Wissenschaftlicher Name: Sitta europaea
Gattung: Familie der Kleiber (Sittidae)
Größe: 12 - 14 cm Gewicht: Ca. 20 - 25 g Flügelspannweite: 23 - 27 cm
Zugverhalten: Standvogel Brutzeit: März - Juni Brut: 1 Brut pro Jahr Beobachtungszeitraum: ganzjährig Gefährdung: nicht gefährdet

Beschreibung:

Kleiber sind ausgesprochen spannende Vögel mit sehr interessanten Angewohnheiten. Wer sie beobachten möchte, kann dies bei einem Spaziergang in offenen Mischwäldern oder in einer Parkanlange mit alten Laubbäumen tun. Sie haben ein farbenfrohes Gefieder und sind deshalb leicht zu erkennen. Meist sieht man sie bei der Suche nach Nahrung im Geäst, oder an den Stämmen von Bäumen mit borkiger Rinde. Sie haben eine einzigartige Gefiederzeichnung, durch die keine Verwechslungsgefahr mit anderen Vogelarten besteht. Männchen wie auch Weibchen sehen bei Kleibern nahezu identisch aus.

Die Oberseite des Kopfes, sowie der Rücken, die Flügeldecken und der Schwanz sind blaugrau gefärbt. Die Handschwingen sind gräulich braun. Dadurch hebt sich die Flügelkontur auch beim zusammengelegten Flügel dunkel ab. Die Wangen und die Kehle sind weiß bis cremefarben. Die Unterseite des Körpers ist in einem schönen orangebraunen Farbton gehalten. Beim Männchen sind die Flanken dunkler und leuchten rostrot bis kastanienbraun. Weibchen sind hier matter und blasser gefärbt. Als Laie lässt sich der Unterschied jedoch nur sehr schwer feststellen. Die Jungvögel sehen bereits kurz nach dem Ausfliegen wie die Altvögel aus. Doch wie auch die Weibchen sind sie am Unterbauch sowie den Flanken noch blasser und heller getönt.

Der Schnabel des Kleibers ist lang, spitz und mittel- bis dunkelgrau. Ein langer, schwarzer Augenstreif zieht sich vom Schnabel bis zum Nacken und grenzt die weißlichen Wangen vom blaugrauen Kopf ab. Die Beine der Vögel sind gelb- bis hellbraun. Für seine Körpergröße hat der Kleiber sehr große und kräftige Krallen, die ihm beim Klettern in den Bäumen helfen. Er ist damit sogar in der Lage, kopfüber Baumstämme hinab zu laufen, oder an der Unterseite von Ästen entlang zu klettern. Dabei verlässt er sich ausschließlich auf seine starken Krallen und stützt sich nicht, wie beispielsweise Spechte, mit dem Schwanz ab. Damit er sicheren Halt an den Ästen und Stämmen findet, bewegt er sich immer leicht seitwärts und stellt die Füße versetzt auf. Ein Fuß verbleibt immer am Stamm. Seine Bewegungen erscheinen deshalb häufig ruckartig. Bewegt er sich nicht, wird an steilen Stellen ein Fuß oben und einer unten eingehakt.

Der Körper des Kleibers ist kompakt und gedrungen. Er hat einen kurzen Hals und einen kurzen, gerade abgeschnittenen Schwanz. Von der Statur und Größe ähnelt er einer Kohlmeise. Der lange spitze Schnabel erinnert an den eines Spechtes – nur viel kleiner. Dies hat ihm den Volksnamen „Spechtmeise“ eingebracht.

Stimme:

Männliche Kleiber sind eifrige Sänger mit einer durchdringenden, lauten Stimme. Häufig hört man sie, noch bevor man sie sieht. Nicht selten singen sie bei schönem Wetter bereits Ende Dezember oder Anfang Januar, spätestens jedoch im ausgehenden Winter. Kleiber grenzen mit ihrem Gesang ihr Revier gegen Artgenossen ab und verteidigen es auf diese Weise auch vehement. An der Art des Gesangs lässt sich so auch erkennen, wie aufgeregt der Kleiber ist. Je hitziger das Gesangsduell, desto stärker werden die Strophen am Ende hochgezogen. Meist klingen sie wie „wiiu, wiiu, wiiu“, das sich auch zum „wiwiwiwiwi“ steigern kann. Sobald die Brutzeit beginnt, stellen sie das Singen weitestgehend ein. Doch kaum sind die Kleiberküken flügge geworden, ertönt der Gesang wieder.
Neben diesem verfügen Kleiber über ein großes Repertoire an verschiedenen Rufen, Pfiffen oder auch Trillern, die von beiden Geschlechtern verwendet werden. So erklingt bei der Nahrungssuche häufig ein Ruf, der sich wie „sit, sit“ anhört. Bei Gefahr oder großer Erregung rufen sie „twitt, twitt, twitt“ oder „twett, twett, twett“ mehrfach hintereinander in kurzen Abständen.

Lebenserwartung:

Die Lebenserwartung von Kleibern liegt durchschnittlich bei ca. drei bis sieben Jahren. Der aktuelle Rekordhalter hat jedoch ein stattliches Alter von 12 Jahren und 10 Monaten in freier Wildbahn erreicht. Die im Vergleich dazu geringe durchschnittliche Lebensdauer hat verschiedene Ursachen. Das Nahrungsangebot, besonders in der kalten Jahreszeit, kann mitunter zu großen Verlusten führen. Gerade Jahre, in denen Buchen nur wenige Bucheckern produzieren, führen häufig zu großen Schwankungen im Bestand.

Zudem haben Kleiber viele Feinde. Sie werden sehr häufig von Sperbern, Falken und Habichten erbeutet. Auch Eichelhäher, Elstern, Katzen und Marder können ihnen gefährlich werden. Neben den natürlichen Feinden stellt auch der Mensch eine große Gefahr für Kleiber dar. Durch die Vernichtung von Regionen mit alten Bäumen schwindet ihr Lebensraum immer mehr. Der Schutz von Eichen- und Buchenwäldern ist für den Kleiber deshalb essentiell.

Lebensraum:

Der Kleiber kommt in fast ganz Europa – mit Ausnahme von Teilen Skandinaviens, Islands, sowie Irlands und Schottlands – sowie großen Teilen Asiens und in Nordwest-Afrika vor. Dort besiedelt er in erster Linie nicht zu dichte Laub- oder Mischwälder mit höhlenreichen Altbeständen. Auch in menschlicher Umgebung fühlt er sich wohl, solange alte Baumbestände verfügbar sind. So kann man ihn in Parkanlagen, Alleen oder großen Gärten sehen. In kargen Regionen mit wenig Bäumen, wie den Nordseeinseln, kann man ihn normalerweise nicht antreffen. Trotz seines Vorkommens in menschlichen Siedlungen gilt er als typischer Waldbewohner. Aufgrund seines starken Bezugs zu alten Wäldern wurde er zum Vogel des Jahres 2006 gekürt. Zudem zählt der Bestand des Kleibers zu den europäischen Nachhaltigkeitsindikatoren für die Artenvielfalt im Bereich Wald.

Nistplatz und Aufzucht der Jungen:

Die Balzzeit der Kleiber beginnt bereits im März. Vor der Paarung tauschen die Vögel viele Zärtlichkeiten aus, und das Männchen unternimmt große Anstrengungen, um das Weibchen für sich zu gewinnen. Mit beeindruckenden Gleitflugmanövern und leckeren Häppchen wird es umworben. Das Weibchen fordert das Männchen schließlich mit Flügelzittern und leisem „sit, sit“ zur Paarung auf.

Doch für die Familiengründung bedarf es zunächst einmal einer geeigneten Wohnung. Kleiber sind Höhlenbrüter. Diese bauen sie jedoch nicht selbst, sondern beziehen als Nachmieter beispielsweise verlassene Spechthöhlen oder alte Baumlöcher. Das Männchen beginnt bereits im Herbst mit der Suche nach einer schönen Höhle und inspiziert dabei jedes Loch ganz genau. Die Höhle kann ihm im Normalfall gar nicht groß genug sein, denn Kleiber zählen quasi zu den Villenbewohnern unter den Vögeln. Hat es eine schöne Behausung gefunden, wird sie dem Weibchen gezeigt. Dieses entscheidet dann, ob die Höhle passend ist, oder nicht. Entspricht sie nicht den Vorstellungen des Weibchens, muss sich das Männchen erneut auf die Suche machen. Ist sie einverstanden, geht es an den Umbau der Wohnung.

Große Höhlen haben meist auch große Eingänge. Doch dies behagt den Kleibern aufgrund der beträchtlichen Anzahl an Feinden oder auch möglichen Wohnungskonkurrenten gar nicht. Schicht um Schicht wird deshalb der Höhleneingang mit Lehm auf die passende Größe zugekleistert, sodass die meisten Feinde nicht mehr hindurch passen. Von dieser Verhaltensweise hat der Kleiber auch seinen Namen. Ein Kleiber war im Mittelalter beim Hausbau für das Auskleiden der Felder eines Fachwerkhauses zuständig und errichtete Lehmwände.

Mitunter kommt es insbesondere mit Staren zu einer Konkurrenzsituation um vorhandene Höhlen. Dann lässt sich ein regelrechter Zermürbungskrieg beobachten. Kleiber kleistern den Höhleneingang zu und besetzen die Traumwohnung. Doch die Stare geben sich nicht so einfach beim Kampf um Wohnraum geschlagen, und zerstören die Lehmbauten des Kleibers, der unermüdlich von vorne beginnt. Dieses Treiben geht so lange, bis schlussendlich eine Partei aufgibt – häufig jedoch erst nach einigen Tagen.

Auch die Vorliebe für große Höhlen hat einen Grund. Kleiber polstern ihre Nisthöhle mit Rinden- und morschen Holzstücken sowie trockenem Laub aus. Je größer sie ist, desto mehr Polstermaterial passt hinein. Dies ist wichtig für die Kleiberküken. Dringt Feuchtigkeit in die Höhle ein, so sammelt sich diese am Höhlenboden, während die oberen Schichten trocken bleiben. Der Innenausbau wird vom Weibchen übernommen, während das Männchen dabei hilft, das Nistmaterial heranzuschaffen.

Ist die Wohnung schließlich fertig eingerichtet, legt das Weibchen vier bis neun weiße Eier mit rötlichen Flecken. Nach etwa 14 bis 18 Tagen schlüpfen die Jungen. Diese werden von beiden Elternteilen für ca. 24 Tage mit Insekten und Larven gefüttert. Nachdem die Jungvögel flügge geworden sind, suchen sie sich ein eigenes Revier. Dabei entfernen sie sich meist nicht allzu weit von ihren Eltern und werden häufig in wenigen Kilometern Entfernung sesshaft. 

Nahrung:

Kleiber ernähren sich in der warmen Jahreszeit in erster Linie von Insekten, sowie deren Eiern und Larven. Im Herbst und Winter stellen sie ihre Ernährung auf Samen, Nüsse und Zapfen um. Die flinken Kleiber können sehr gut bei der Suche nach Nahrung beobachtet werden. Sie klettern an Baumstämmen und Ästen entlang und stochern in Ritzen nach der begehrten Beute. Auch kleine Rindenstücke werden bei der Suche nach Insekten mitunter abgehackt.

Ihr Verhalten ähnelt sehr dem der Garten- oder Waldbaumläufer, doch im Gegensatz zu diesen – und fast allen anderen Vögeln – sind sie auch dazu in der Lage über längere Strecken kopfunter zu klettern. Wenn es darum geht Nüsse, zu öffnen, gehen sie ähnlich vor wie Spechte. Auch Kleiber haben sogenannte „Spechtschmieden“. Dies sind Baumspalten oder Rindenritzen, in die sie die Nüsse klemmen, um sie aufmeißeln zu können. Das ganze Jahr über legen Kleiber zudem in verschiedenen Verstecken Vorräte an. Meist nutzen sie dafür Baumritzen, die sie mit manchmal auch mit Moos und Flechten tarnen.

Typisch Kleiber:

Kleiber sehen durch ihren schwarzen Augenstreif ein bisschen wie kleine Banditen aus. Und auch vom Verhalten her sind sie eher freche und selbstbewusste Vögel. Dies macht sich auch am Futterhaus bemerkbar. Andere Vögel lassen ihnen aufgrund ihres ungestümen Verhaltens meist den Vortritt, und so bedienen sie sich ungeniert und gehen ihrer Vorratssammelwut nach. Sonnenblumenkern um Sonnenblumenkern wird abtransportiert und versteckt. 

Manchmal scheint es so, dass den Vögeln das Verstecken an sich Freude bereitet. Ist Nahrung im Überfluss vorhanden, mutet ihr Verhalten manchmal auch recht skurril an. So werden mitunter Samen aus Fichtenzapfen herausgepult, um sie gleich wieder in andere Zapfen zu stecken. Anders als bei Eichhörnchen oder Eichelhähern tendieren Kleiber jedoch weniger dazu, die Verstecke für Notreserven anzulegen, sondern bedienen sich meist zeitnah daraus. Häufig werden die Verstecke auch vergessen, was sie ebenfalls zu kleinen Gärtnern der Wälder macht. 

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