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Der Buntspecht

  • Buntspecht Mänchen
  • Buntspecht Weibchen

Wissenschaftlicher Name: Dendrocopos major


Gattung: Familie der Spechte (Picidae)


Größe: 20 - 24 cm
Gewicht: 60 - 90 g
Flügelspannweite: 34 - 39 cm


Zugverhalten: Standvogel 
Brutzeit: April - August
Brut: 1 Brut pro Jahr
Beobachtungszeitraum: ganzjährig
Gefährdung: nicht gefährdet

Beschreibung:

Wer im Frühling durch den Wald läuft, vernimmt meist bereits nach kurzer Zeit ihr charakteristisches Trommeln: Buntspechte sind auffällige Vögel, die nicht nur durch ihre außergewöhnliche Kommunikationsart hervorstechen, sondern auch durch ihr schönes und kontrastreiches Gefieder. Der etwa amselgroße Vogel hat einen schwarzen Rücken und Scheitel. Die Schultern sind weiß gefärbt, und die Flügel sind schwarzweiß gebändert. Die Wangen sind in einem hellen Creme- bis Beigeton gehalten, und durch einen schwarzen Gesichtsstreif begrenzt. Der Brust- und obere Bauchbereich sind ebenfalls beigefarben. Der untere Bereich des Bauchs leuchtet in einem schönen Rotton. Der Schwanz ist schwarzweiß gefärbt, wobei der Schwarzanteil überwiegt.

Besonders auffällig ist zudem der lange, spitze Schnabel, der ideal zum Hacken und Meißeln ist. Das Männchen hat einen roten Nackenfleck, womit es sich vom Weibchen unterscheidet. Es gibt noch drei weitere einheimische Spechtarten mit schwarz-rot-weißen Gefiederzeichnungen. Jedoch ist bei allen drei Arten der Brust- und Bauchbereich nicht einfarbig, sondern schwarz gestrichelt. Die Jungvögel der Spechte besitzen bereits das charakteristische Aussehen der Altvögel. Allerdings ist der rote Farbton im unteren Bauchbereich noch weniger intensiv ausgeprägt, und ihr Scheitel ist rot gefärbt. Dies kann zu Verwechslungen mit dem Mittelspecht führen. Klarheit gibt der Blick auf die Brust, die auch bei den Jungvögeln der Buntspechten einheitlich beigefarben ist.

Buntspechte haben einen wellenförmigen Flug, doch nutzen sie diesen meist nur, um kürzere Strecken zu überwinden. Ihre hauptsächliche Fortbewegung ist das Klettern in den Ästen der Bäume. Hierbei kommt ihnen ihr spezieller Körperbau zu Gute. Im Normalfall haben Vögel drei Krallen, die nach vorne zeigen und eine, die nach hinten ausgerichtet ist. Bei Buntspechten hingegen zeigen jeweils zwei Krallen in beide Richtungen: Dies sorgt für einen besseren Halt. Eine weitere Besonderheit ist ihr Schwanz, der mit verstärkten Federn ausgestattet ist, und den Vogel am Baum stützt. Spechte klettern allerdings nie kopfüber, sondern rückwärts, wenn sie an einen Ast nach unten wollen.

Stimme:

Im Gegensatz zu anderen Vögeln singen Buntspechte nicht während der Paarungs- und Brutzeit. Sie nutzen stattdessen eine vollkommen andere Art der Kommunikation: das Trommeln. Dafür verwenden sie hohle Baumstämme, tote Äste, oder auch Fensterrahmen, Regen- oder Dachrinnen – einfach alles, was einen guten Resonanzkörper hat und die Trommelwirbel damit weithin hörbar sind. Viele Menschen denken, dass Buntspechte trommeln, um Insekten aus dem Holz zu jagen oder ihre Nisthöhlen in Bäume zu bauen. Doch dies ist nicht korrekt. Buntspechte trommeln, um zu kommunizieren. Mit ihrem Trommeln sagen sie Rivalen beispielsweise, dass ein Revier bereits besetzt ist, oder dass sie auf der Suche nach einem attraktiven Weibchen oder auch Männchen sind. 

Bei vielen Vogelarten singen ausschließlich die Männchen, doch bei Buntspechten trommeln Männchen wie Weibchen. Die Männchen allerdings tendenziell länger und mitunter auch schneller als die Weibchen. Manch einer wundert sich, weshalb Spechte durch ihr Trommeln oder auch das Zimmern von Höhlen keine Kopfschmerzen bekommen. Dies liegt an ihrem speziellen Körperbau, der genau hierauf ausgelegt ist. Die Knochenhülle des Gehirns ist bei Spechten stärker gebaut, als bei anderen Vogelarten. Zudem besitzen sie zwischen dem Schädel und dem Schnabel eine gelenkartige, federnde Verbindung, die ähnlich wie ein Stoßdämpfer die Schläge abfedert. Außer dem Trommeln nutzen Spechte noch kurze Rufe zur Kommunikation. Der häufigste Ruf hört sich wie ein kurzes „kix, kix“ oder „kick, kick“ an, das bei großer Aufregung zu einem „gigigigigi“ wird.

Lebenserwartung:

Buntspechte können bis zu 15 Jahre alt werden. Das durchschnittliche Alter liegt jedoch bei ca. sechs bis zehn Jahren. Zu ihren Feinden zählen Greifvögel, wie Habichte, Sperber, Wanderfalken, Uhus, Waldkäuze und andere Eulen. Auch kleinere Raubtiere, insbesondere Marder, können ihnen gefährlich werden. Mit rund 500.000 Brutpaaren allein in Deutschland wird der Buntspecht momentan als nicht bedroht eingestuft. Doch sein natürlicher Lebensraum wird immer weiter verkleinert, und der Rückgang an strukturreichen, lebendigen Wäldern kann problematisch werden.

Lebensraum:

Buntspechte sind weit verbreitet und besiedeln große Teile Europas und Asiens, sowie kleine Teile im Nordwesten Afrikas. Sie sind sowohl in Laub- als auch in Nadelwäldern anzutreffen. Normalerweise bevorzugen sie Mischwälder, in denen viel Alt- und Totholz zu finden ist. Reine Fichtenwälder sind für sie nicht optimal, doch auch hier sind sie gelegentlich zu finden. Durch den Abbau ihres natürlichen Lebensraums sind die scheuen Vögel inzwischen auch in baumreichen Gärten und Grünanlagen beheimatet. Um auf den Schwund der naturnahen Wälder aufmerksam zu machen, wurde der Buntspecht – stellvertretend für alle Tiere des Waldes – zum Vogel des Jahres 1997 gewählt.

Nistplatz und Aufzucht der Jungen:

Die Paarungszeit der Buntspechte startet bereits im Vorfrühling und wird von lautem Trommeln begleitet. Ab März bis April beginnt dann die Hochphase der Balzrituale. Die Vögel jagen sich dabei gegenseitig, und zeigen mitunter zunächst auch Aggressionspotential. Mit der Zeit nimmt dieses jedoch immer weiter ab. Die Brutpaare bleiben meist für eine Brutsaison zusammen. Es wurden allerdings auch Partnerschaften beobachtet, die bis zu drei Jahre andauerten.

Ab Ende März beginnt die Suche nach einem geeigneten Platz für eine Nisthöhle. Spechte sind kleine Zimmermänner. Sie nutzten selten bereits vorhandene Nisthöhlen, sondern bauen sich die passenden Höhlen immer wieder neu. Meist werden mehrere Höhlen begonnen, bis die Entscheidung für eine Höhle schließlich fällt. Der Bau erfolgt in weichen Holzarten und morschen, alten Bäumen oder dicken Ästen in zwei bis zehn Metern Höhe. Beide Partner arbeiten abwechselnd etwa zwei bis drei Wochen, bis eine ca. 30 bis 50 Zentimeter tiefe Nisthöhle entstanden ist. Das Einflugloch ist oval und hat einen Durchmesser von ca. fünf bis sechs Zentimetern. Span um Span wird im Inneren abgelöst und überschüssige Holzspäne nach draußen geschleudert. Da Spechte kein zusätzliches Nistmaterial verwenden, verbleibt ein Teil der Holzspäne in der Nisthöhle und bildet so eine saugfähige, weiche und auch wärmedämmende Unterlage für die Jungvögel.

Ab Mitte April legt das Weibchen fünf bis sieben reinweiße Eier. Diese werden von beiden Eltern abwechselnd ca. zwei Wochen bebrütet. Wenn die Jungen schlüpfen, zählen sie zu den am wenigsten entwickelten Jungvögeln in der Vogelwelt. Sie sind komplett nackt, und Augen und Ohren sind noch geschlossen. Damit sie möglichst wenig Wärme verlieren, kuscheln sich die Spechtküken eng zusammen und legen die Köpfe aufeinander. Die Brutpflege wird von beiden Elternteilen übernommen. Unermüdlich bringen sie Insektenlarven heran und schützen die Kleinen vor Kälte. Beim Verlassen der Nisthöhle nehmen die adulten Vögel den Kot der Jungvögel mit. Nach ca. drei bis vier Wochen sind die Jungvögel schließlich selbstständig und verlassen die Nisthöhle. In der Regel brüten Spechte nur einmal im Jahr. Einige Weibchen, insbesondere ältere, erfahrenere, suchen sich jedoch zwei Partner. Sie beteiligen sich an der Brutpflege der Jungen, jedoch übernehmen hier die jeweiligen Männchen den größeren Part.

Nahrung:

Buntspechte haben ein sehr breites Nahrungsspektrum. Von Frühling bis Herbst ernähren sie sich vorwiegend von verschiedensten Insekten und Larven. Ein Hochgenuss sind für sie holzbewohnende Insekten, welche sie vor allem in Totholz und unter Baumrinden finden. Diese werden entweder mit ihrem spitzen Schnabel aufgepickt oder mit ihrer langen Zunge, die eine Hornspitze mit Widerhaken besitzt, aus dem Holz geangelt. Doch nicht nur Insekten werden mit Vorliebe verzehrt. Auf ihrer Speiseliste stehen zudem kleine Wirbeltiere, Baumsäfte und Früchte, und im Frühjahr machen sie auch vor den Eiern und Jungvögeln anderer Vogelarten nicht Halt. Besonders häufig werden Nester von Meisen oder Kleinspechten geplündert. Die Spechte gehen dabei ausgesprochen intelligent vor. Ist der Zugang zu deren Nestern zu klein, hämmern sie diesen größer oder ködern die Jungvögel mit Futter, um sie an den Eingang zu locken.

In der Winterzeit stehen hauptsächlich Samen, Zapfen und Nüsse im Vordergrund ihrer Ernährung, und auch am Futterhaus sind Buntspechte häufige Gäste. Gerade Nüsse und Zapfen müssen jedoch vor dem Verzehr geknackt werden, um an das schmackhafte Innere zu gelangen. Buntspechte bedienen sich dabei eines cleveren Werkzeugs – der Spechtschmiede. Dies sind Rindenspalten oder selbst gezimmerte Löcher in Ästen oder Stämmen, in denen sie die Nüsse und Zapfen einklemmen und dann öffnen können.

Typisch Buntspecht:

Buntspechte zimmern im Laufe ihres Lebens sehr viele Höhlen. Teils nutzen sie sie selbst, teils werden sie von anderen Tieren verwendet. So bauen die Zimmermänner des Waldes auch Wohnungen für Stare, Meisen, Kleiber, Sperlingskäuze oder auch Fledermäuse, Eichhörnchen und Siebenschläfer. Solange genügend geeignete Bäume vorhanden sind, ist dies kein Problem. Wird der Wohnraum jedoch knapp, weichen Buntspechte mitunter auf andere Bauplätze aus und beginnen in der Wärmedämmung von Häusern Spechthöhlen anzulegen – sehr zum Ärger von uns Menschen. Um Spechte von ihren Bauvorhaben abzuhalten, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Am effektivsten sind mitunter Fassadenbegrünungen mit Pflanzen, die engmaschige Rankhilfen benötigen. Der berühmteste Spechtschaden hat sich im Jahr 1995 ereignet, als ein Spaceshuttle aufgrund zahlreicher Spechtlöcher in der Isolationsschicht des Zusatztanks nicht starten konnte.  

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